43. Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln

23. April, 15:00 - 26. April, 18:00

43. Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln @FILMHAUS KÖLN (23.-26. April 2026)


 Das IFFF Dortmund+Köln ist ein Ort für filmische Entdeckungen, der Gastfreundschaft und intensiver Diskussionen. Ab 22. April sind fünf Tage lang rund 90 Filme zu sehen, Regisseur:innen aus der ganzen Welt stellen ihre Filme persönlich in Köln vor. 
Alle Infos zum Festivalprogramm 22.-26 April 2026 & VVK ab Ende März unter www.frauenfilmfest.com

 

Programm 

 Do. 23.04.26 / 16 Uhr Sektion: SPOT ON, NRW!

Gemeinsam mit dem Mediengründerzentrum NRW präsentiert dass Frauen Film Fest einen Abend voller spannender Fragen rund um die Themen Produktion und frauengeführte Unternehmen. Wir freuen uns auf einen Talk mit zwei einflussreichen Produzent*innen, die künstlerisch wie unternehmerisch mit Klischees aufräumen und Rollen umverteilen: Melanie Andernach von Made in Germany und die Content Producerin Pocket Hazel.
Jelena Ilićs Debüt Eine Krankheit wie ein Gedicht, die neuste Produktion aus dem Hause Made in Germany, feiert beim Festival NRW-Premiere

Eine Krankheit wie ein Gedicht | Jelena Ilić, DE 2026, Dokumentarfilm 81’, dt. OmeU, NRW-Premiere
In ihrem Debüt fokussiert Jelena Ilić die Beziehung zu ihrem Vater: Nach fünf Jahren in der forensischen Psychiatrie rückt seine Freilassung immer näher. Die Leidenschaft für Kunst verbindet sie, doch beide schwanken zwischen Liebe und der Angst vor Rückfällen. Geschickt verbindet Ilić Direct Cinema mit Animationen und schafft so einen einfühlsamen Film über die Gabe der Vergebung.

 

 Do. 23.04.26 / 18 Uhr Sektion: SPOT ON, NRW!

Im Gespräch: Melanie Andernach und Pocket Hazel

Die Kölner Produzentin Melanie Andernach hat mit Filmen wie Sieben Winter in Teheran und Vergiß Meyn Nicht ein feines Gespür für die Umsetzungkomplexer Stoffe bewiesen. Ihre Produktionen zeichnen sich durch eine besondere Präzision aus, die bei aller faktischen Analyse nie die empathische Ebene verlassen und so zum Kern eines meist schwierigen politischen Themas durchdringen. Zu ihren Erfahrungen als Unternehmerin im Dokumentarfilmbusiness wie auch zu ihrer grenzenlosen Liebe zum Kino wird sie sich ausführlich äußern.

Pocket Hazel, Content Creatorin, spricht über zukunftsträchtige Produktionen für Plattformen wie YouTube und Instagram. Für ihre rund 500.000 Abonnent* innen auf YouTube verbindet sie Unterhaltung mit gesellschaftlich relevanten Themen, wie Finanzbildung und Popkultur. Sie gewährt persönliche Einblicke in ihren Werdegang und zeigt auf, welche Formen der Unterstützung dabei entscheidend waren.

Anschließend Empfang im Festivalzentrum im Filmhaus Köln.

In Kooperation mit dem FLINTA*-Förderprogramm Sheroes des Mediengründerzentrums NRW

 

 Do. 23.04.26 / 20:30 Fokus: Common Land

Chão | Camila Freitas, BR 2019, Dokumentarfilm 110’, OmeU

Landlose Arbeiter*innen besetzen eine Plantage im brasilianischen Bundesstaat Goiás. Sie fordern eine radikale Umverteilung des Landes – gegen extreme Landkonzentration und extraktives Agrobusiness. Vier Jahre lang dokumentiert die Filmemacherin die Gemeinschaft und ihr Leben im Widerstand. Agrarreform als gelebte Praxis: Kampf um Land und der Traum von einer besseren Zukunft. 

Gast: Camila Freitas

 

 Fr. 24.04.26 13 Uhr Wiederholung Festival-Eröffnungsfilm

No Good Men | Shahrbanoo Sadat, DE / FR / NO / DK / AF 2026 Spielfilm, 103’, OmeU, NRW-Premiere

Der Eröffnungsfilm des IFFF Dortmund+Köln setzt sich mit einem Thema auseinander, das das Festival schon lange beschäftigt: Seit dem Abzug der Taliban 2001 und einer Öffnung der Lebensräume für Frauen arbeitet das Festival immer wieder mit Filmemacher*innen aus Afghanistan. Mit dem Eröffnungsfilm würdigt das Festival eine der wichtigsten Regisseur*innen Afghanistans: Shahrbanoo Sadat.

In No Good Men, der gerade Februar die Berlinale eröffnet hatte, wirbelt Sadat nicht nur Genderrollen durcheinander, sondern auch unsere Vorstellung von afghanischen Frauen – und Männern. Mit viel Leichtigkeit, Humor und Hingabe erzählt der Film eine Liebesgeschichte kurz vor dem sogenannten Fall von Kabul im Sommer 2021.

Naru (gespielt von Sadat selbst) erkämpft sich einen Job als Kamerafrau beim wichtigsten TVSender Kabuls. Desillusioniert durch ihren unfähigen Ehemann, der sich weder um sie noch ihren gemeinsamen Sohn kümmert, hat sie mit den Männern ihres patriarchal geprägten Landes für sich abgeschlossen. Umso überraschter ist sie, als ihr Arbeitskollege Qodrat ihren beruflichen Einsatz in einer Teambesprechung öffentlich lobt. Nach kurzer Zeit sind die beiden unzertrennlich – bis die Taliban vorrücken.

 

 Fr. 24.04.26 15:30 Uhr Sektion: Panorama

I Dreamed His Name | Ángela Carabalí, CO 2025, Dokumentarfilm 86’, OmeU, Deutschlandpremiere

Im Traum erscheint Ángela ihr Vater, der vor vielen Jahren in Kolumbien verschwand. Inmitten von Spuren der Kolonialzeit nehmen zwei Schwestern erneut die Suche auf, gehen in Dialog mit Farmer*innen und Aktivist*innen. Indem sie sich mit der Gegenwart verbinden, erschaffen sie einen anderen Blick auf die Vergangenheit und dadurch eine weitreichende Versöhnung.

 

 Fr. 24.04.26 18 Uhr Fokus: Common Land 

Ôri | Raquel Gerber, BR 1989, Dokumentarfilm 93’, OmeU 

Der Film erforscht mit der brillanten Historikerin Beatriz Nascimento die Geschichte der Schwarzen Bewegung in Brasilien zwischen 1977 und 1988. Als lebendiges Archiv dienen Musik, Tanz, Rituale afrikanischen Ursprungs. Die Quilombos, Zufluchtsorte von Versklavten, werden über das koloniale Erbe hinaus als lebendiges Schwarzes Gemeingut neu interpretiert. 

Gast: Cristina Amaral

 

 Fr. 24.04.26 21 Uhr Sektion: Panorama

The Vanishing Point | Bani Khoshnoudi, IR / USA / FR 2025, Dokumentarfilm 104’ OmeU

Ein leerer Küchentisch, eine bunte Tischdecke darauf. Verlassene Orte. Fotografien im Familienalbum. Verblasste Erinnerungen. Eine Annäherung an die Unmöglichkeit zu beschreiben, wie  es sich anfühlt, in Teheran zu leben, in Herz und Kopf im Exil oder gar auf den Straßen eines Landes in Unfreiheit. Ein Film als Denkmal einer Revolution, die ihre Kinder nie vergessen wird.

 

 Sa. 25.04.14:30 Uhr Sektion: IFFF PACKT AUS

Shirins Hochzeit | Helma Sanders-Brahms, BRD 1976, Spielfilm 121’, OmeU, dt. UT

Das Archivprogramm »IFFF packt aus« birgt Schätze aus dem Festivalarchiv und stellt sie einem transgenerationalen Publikum vor. Ziel ist es, das feministische Filmerbe sichtbar zu machen und seine Bedeutung ins Hier und Jetzt zu tragen. Das Festival lädt jedes Jahr eine Kollegin als Gastkuratorin ein, in die Tiefen des Festivalarchivs zu steigen. 

Für die Filmemacherin Biene Pilavci sind die Übergänge von persönlichem zu politischem Widerstand fließend. Ob in ihren Dokumentarfilmen oder in der kuratorischen Arbeit – ihrem scharfen Blick für subtile Machtspiele patriarchaler Gewalt in Bezug auf weibliche Sexualität entgeht auch nicht das kleinste Detail. Diesen Blick richtete sie mehrere Tage auf die Festivalfilmsammlung, um sich schließlich für einen Meilenstein der deutschen Filmgeschichte zu entscheiden: Shirins Hochzeit. 

Zum Film: Ein Dorf in Anatolien in der Türkei. Die junge Shirin soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Sie flieht nach Köln. Als »Gastarbeiterin« versucht sie, zwischen Fabrikarbeit, Wohnheim und Tanzbars für »Gastarbeiter*innen« in Deutschland Fuß zu fassen. Sie begegnet einem Mann, dem sie vertraut, ohne zu wissen, auf wen sie sich einlässt. Auf der Tonebene treten die Filmemacherin Helma Sanders-Brahms und Shirin in einen Dialog. Zwischen erzählerischer Annäherung und Schuldzuweisung werden Machtverhältnisse verhandelt. Der Film gilt als der erste, der aus der Perspektive einer weiblichen »Gastarbeiterin» erzählt wird.

Gast: Biene Pilavci, die auch mit ihrem eigenen preisgekrönten Dokumentarfilm Alleine Tanzen in der Sektion begehrt! vertreten ist.

 

 Sa. 25.04.26 18 Uhr Sektion begehrt! – filmlust queer

Lesbians Free Everyone – The Beijing Retrospective | Beverley Palesa Ditsie, ZA 2020, Dokumentarfilm 57’, OmeU

Auf der 4. UN-Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking forderte Queer-Aktivist*in Beverley Ditsie in einer historischen Rede, dass »Lesbenrechte Frauenrechte sind und Frauenrechte Menschenrechte.« 2020 trifft Ditsie die Mitaktivist*innen wieder.

Gast: Beverly Palesa Ditsie

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

In Kooperation mit: Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Kölner Lesbian Visibility Weeks

 

 Sa. 25.04.26 20:30 Uhr Sektion begehrt! – filmlust queer

Manok | Yu-jin Lee, KR 2025 Spielfilm, 108’, Deutschlandpremiere

Die lesbische Barbesitzerin Manok kehrt aus Seoul in ihr Heimatdorf zurück. Dort trifft sie auf ihre Familie, alte Bekannte – und ihren Ex-Mann, inzwischen Bürgermeister. Während sie alte Wunden verarbeitet und neue Verbündete findet, zeigt diese herzerwärmende Komödie, dass es nie zu spät ist, die Geschichte der eigenen Rückkehr neu zu schreiben.

In Kooperation mit: L-MAG und Kölner Lesbian Visibility Weeks

 

 So. 26.04.26 12 Uhr Sektion: Panorama Formfragen

Panel: Traum ohne Job? Wie werden wir feministische Filmkurator*innen?

Kuratieren kommt von curare – Sorge tragen. Verstehen wir das kuratorische Bauchgefühl also auch als eines, das sich um sein Werk kümmert, dann stellt sich die Frage: Was macht queer-feministisches Kuratieren eigentlich aus? Wir verstehen es auch als Filmgeschichtsschreibung jenseits des offiziellen Kanons aus einer emanzipatorischen, machtkritischen Perspektive heraus. 

Nur, wie kommt man an diese Filme, wenn es an Wissens- und Ausbildungsstätten mangelt und FLINTA*-Filme generell weniger sichtbar sind? Archivarbeit bestimmt den Programmbau ebenso wie eine Offenheit für nicht-lineare Erzählweisen und die Frage, was wir durch Körperwissen lernen können.

Schlussendlich agiert die Kuratorin auch in einem prekären Arbeitsumfeld. Wie können wir den Nachwuchs fördern, wenn Berufschancen so rar sind und der Konkurrenzkampf zunimmt?

Mehr Infos zu den Panelist*innen siehe frauenfilmfest.com

In Kooperation mit dem Netzwerk Filmkultur NRW

 

 So. 26.04.26 13 Uhr Sektion: Panorama 

Fia Fabula | Alice Dalgalarrondo, BR / DE 2026, Experimentalfilm 77’ OmeU, dt. UT, Weltpremiere

Zwischen sechs Frauenfiguren verwebt dieser herausragende Debütfilm die Frage, was eine feministische Erzählweise sein könnte. Geräusche eines Webstuhls befragen uns danach, wo wir unseren Ariadne-Faden heute verweben wollen. Was können wir von Pionier*innen lernen, ohne regressiv zu denken? Mutig, geistreich und bildgewaltig – ein Sci-Fi-Experimentalfilm, der in die Flüsse unserer Vorstellungskraft rauscht und uns lang anhaltend inspiriert.

Alice Dalgalarrondo lädt zu performativen Interventionen im Filmhaus Köln ein. Mehr Infos siehe frauenfilmfest.com

 

 So. 26.04.26 16 Uhr Sektion: Panorama Formfragen

The Strike | Gabrielle Stemmer, FR 2025, Experimentalfilm 55’ OmeU, dt. UT, Deutschlandpremiere

»One morning I realized I hadn’t made love for three months.« So beginnt das Buch von Ovidie, das die Grundlage für diesen Film liefert. Bilder der Arbeit – am Körper, an der Maschine, am Material – werden collagiert zu einem politischen Manifest, das zum heterosexuellen Sex-Streik aufruft und dabei die Bedingungen weiblicher Selbstbestimmung in den Blick nimmt.

 

 Alle Festivalinfos hier

 Alle Programmpunkte im Filmhaus Kino findet ihr auch in unserem Kalender

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