
Hinter einer Baustelle in Chengdu liegt der Club Funky Town. Ein gesprungener Spiegel, ein DJ-Pult, notdürftig mit Kabelbindern zusammengehalten, eine Tanzfläche, auf der sich Jahre aus Schweiß und verschütteten Getränken gesammelt haben. Hier machen sich Drag Queens zwischen zwei Schichten fertig, DJs probieren Beats aus, die nie zweimal genau gleich klingen, und Skater:innen, Raver:innen und Liebende finden einen Raum für Seiten von sich, für die tagsüber oft kein Platz ist.
Über fünf Jahre und 125 Nächte begleitet Benjamin Mullinkosson seine Freund:innen in Funky Town. Seine Kamera ist so nah, dass sie verschmierte Lidstriche, abgebrochene Sätze und die Stunden einfängt, die unbemerkt ineinander übergehen. Am Tag gehen dieselben Menschen zur Arbeit, führen Beziehungen und kämpfen mit der gewöhnlichen Erschöpfung des Erwachsenseins – an einem Ort, an dem man nie ganz sicher sein kann, wie viel von sich selbst man zeigen darf. Nebenan wächst eine neue Metrostation in die Höhe. Der Film führt mitten hinein in den Wandel und erzählt von einem Ort, der verschwindet, von einer Stadt, die sich Block für Block neu erfindet, und von den Menschen, die aus den Räumen verdrängt werden, in denen sie zu sich selbst gefunden haben. Am Ende bleibt eine eigentümliche Trauer um einen Raum, den man nie betreten hat, und um Jahre, die man selbst nie erlebt hat.
Content Note: Der Film enthält Alkohol- und Tabakkonsum, mehrere Szenen mit Erbrechen sowie Gespräche über Depressionen. Eine Szene spielt während eines Streits am Rand eines Dachs.
| Regie | Benjamin Mullinkosson |
|---|---|
| Besetzung | Yihao, Kimberly, 647, Gennady Baranov, Darkle Chan |
| Produktion | CN/USA 2023 |
| Länge | 90 Min |
| Sprachfassung | OmeU |