Eine behutsame filmische Annäherung an die jungen Menschen auf den Straßen von Khartum, die Widerstand leisten gegen ein diktatorisches Regime, aber vor allem für ein freieres Leben und ihre Selbstbestimmung kämpfen. Es sind die Stimmen vieler, die hier zu Wort kommen: tanzende Körper, die sich zur Musik aus den tragbaren Boxen durch die Nacht bewegen und aufbegehren. Es ist der Ruf einer Jugend danach, die wirtschaftliche und soziale Not zu lindern. Und es sind Gesichter voller Hoffnung, die Gedichte rezitieren und mit Wandmalereien ihre Held*innen der Geschichte im öffentlichen Raum verewigen und sich ihn dabei zurückerobern. Die Filmemacherin Hind Meddeb fing die Bilder dieser Revolution 2019 im Sudan ein. Der Film erzählt von den Sitzstreiks der Aktivist*innen, den Forderungen nach einer Bürgerregierung und von der Kraft des künstlerischen Ausdrucks in ihrem Widerstand. Der Film folgt einer Chronik von zermürbenden Ereignissen: der brutalen Niederschlagung durch das Militär, der Eskalation der Gewalt bis zur Entwicklung eines Krieges und einer unvorstellbaren Not, die bis heute andauert.
Erinnern durch filmisches Sichtbarmachen wird hier zu einer politischen Geste: Immer wieder betonen die Aktivist*innen, was wirklich tötet, sei das Schweigen. Deshalb erheben sie ihre Stimmen und erinnern an die Dichter*innen des Sudan und ihre Poesie der Menschlichkeit und Gerechtigkeit, die weiterlebt. Hat man dieses kollektive Porträt einmal gesehen, wird jede*r Einzelne den Sudan nicht mehr vergessen können.
Regie | Hind Meddeb |
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Besetzung | Shajane Suliman, Maha Elfaki, Ahmed Muzamil, Khatab Ahmed |
Produktion | F/TN/QA 2024 |
Länge | 76 Min |
Sprachfassung | OmU |
Im Rahmen des Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln, www.frauenfilmfest.com