Olanda

Mi 14.01.
19:00

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Ein wucherndes Myzel. Der Sternenhimmel über den rumänischen Karpaten. Die ersten zwei Bilder stecken die Dimensionen ab, denen sich Olanda widmet: Details und feine Strukturen auf der einen, Konstellationen und das große Ganze auf der anderen Seite. Im Zentrum steht dabei ein saisonales Wirtschaftsgut der Gegend – der Pilz. Unter den Menschen sind ihm die Sammler*innen am nächsten und der Film ist vor allem bei ihnen: auf Gängen durch den Wald, im Zeltlager, bei Autofahrten und Gesprächen. Von hier aus folgt er den rhizomartigen Verästelungen, die sich in Form von Geld immer weiter verzweigen: zu lokalen und international agierenden Händlern, zu einem improvisierten Schuhmarkt auf einer Lichtung, zum Glücksspiel unter Kollegen. 

Der Film erzählt von diesen Handelskreisläufen, indem er selbst eine pilzähnliche Struktur annimmt, ohne dabei je sein gedankliches Zentrum zu verlieren. Jenseits einer Analyse von ökonomischen Strukturen aber ist er auch das sinnliche Dokument eines Rhythmus des Alltags im Wald, wie ihn die Sammler als erstes Glied in der Verwertungskette erleben. Im Kino wird er als audiovisueller Pilz-Trip in die magische Welt der karpatischen Wälder erfahrbar. (Alejandro Bachmann)

RegieBernd Schoch
ProduktionD 2019
Länge154 Min
SprachfassungOmU

Besonderheiten

Mi 14.01.

Filmreihe im Rahmen des dfi-Symposiums: WORK IN PROGRESS - Repräsentationen von Arbeit im Dokumentarfilm

Arbeit strukturiert unser Leben: Sie prägt Körper, Routinen und Beziehungen, formt soziale Verhältnisse und hinterlässt Spuren in Räumen und Materialien. Zugleich bleibt vieles von ihr unsichtbar – ausgelagert, verlagert, verdrängt: in Produktionsstätten, privaten Haushalten und digitalen Oberflächen. Der Dokumentarfilm bewegt sich in diesem Feld nicht bloß als abbildendes Medium, sondern als ästhetisch-analytische Praxis, die Arbeitsverhältnisse sinnlich wie gedanklich erschließt, ihre Bilder und Narrative formt, Wirklichkeit mitgestaltet. Zugleich ist sie selbst Arbeit: verwoben mit den sozialen und materiellen Strukturen, die ihre ästhetischen Formen ermöglichen und begrenzen.

Das zweitägige Symposium (15./16. Januar 2026, Filmhaus Köln) widmet sich dieser doppelten Bewegung. In gemeinsamen Sichtungen, Werkstattgesprächen, Vorträgen und offenen Diskussionsformaten wird untersucht, wie dokumentarische Bilder Arbeit zeigen, historisieren, reflektieren und strukturieren — und unter welchen ökonomischen Bedingungen sie selbst hervorgebracht werden.

 

Der Film ist am ersten Tag des Symposiums (15.01.) Gegenstand eines vertiefenden Werkstattgesprächs mit dem Regisseur Bernd Schoch und dem Kameramann Simon Quack sein.

Für angemeldete Teilnehmer:innen des Symposiums ist der Eintritt kostenlos, optional wird ein zeitlich limitierter Online-Screener von OLANDA zur Verfügung gestellt.

OLANDA ist Teil eines von Friederike Horstmann und Patrick Holzapfel aus dem Archiv der Duisburger Filmwoche gehobenen Filmprogramms, mit dem die 50. Jubiläumsausgabe des Festivals eingeläutet und das dfi-Symposium um filmhistorische Tiefenschichten und dokumentarische Genealogien von Arbeit bereichert wird.

Trailer

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Kino (Tickets/Programm):    0221-33770515

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