Mann genug?

Mo 12.10.
20:00

Was bedeutet es, heute Mann zu sein? Das Programm „Mann genug?" versammelt Kurzfilme, die Fragen stellen nach Körper und Kontrolle, nach Träumen und Gewalt, nach dem, was Väter weitergeben und was Söhne davontragen. Die Filme kreisen alle um dasselbe Unbehagen: das Gewicht einer Männlichkeit, die sich selbst nicht mehr trägt. Das Programm versteht sich nicht als Anklage, sondern als Einladung, hinzuschauen, wo Männlichkeit entsteht. Und zu fragen, was wir davon weitergeben wollen. Männlichkeit ist kein natürlicher Zustand, sondern eine Aufführung. 

Sie wird eingeübt, weitergegeben, erzwungen, bei Familienausflügen und in Online-Foren. Die Filme dieses Programms zeigen die männliche Sozialisation in ihren vielen Facetten: mal mit zärtlicher Neugier, mal mit kühler Analyse, mal mit erschreckender Wucht.

​​​​​​​Kuratiert von Christopher Wienand und Birgit Hauska

 

Filme des Programms

Peel (NZ, 1982, Jane Campion, Spielfilm, 8')

Zwischen türkischen Riesenbohnen, koreanischen Trommeln, Rasenmähern, Kopftüchern, Gartenzwergen und Schweinswürsten setzt sich unabhängig von allen Nationalitäten am Ende immer das Prinzip Schrebergarten durch: Da schaut man sich gegenseitig was ab und freut sich über den Ertrag.

10K (FR/SP, 2025, Gala Hernandez Lopez, Dokumentarfilm, 31')

Pol ist 21 Jahre alt und lebt mit seiner Großmutter. Er träumt davon, in Miami zu leben und 10.000 € im Monat zu verdienen. Er nimmt an Persönlichkeitsentwicklungs‑Events teil, folgt Online‑Coaches und investiert in Kryptowährungen. Pol weiß nicht, wann er sein Ziel erreichen wird, die beste Version seiner selbst zu werden. Das Einzige, was er weiß, ist, dass er eines Tages dort ankommen wird.

Trophäe (DE, 2026, Benjamin Hujawa, Spielfilm, 12')

Der Familienausflug zum Badestrand entwickelt sich für den 14-jährigen Max zur Konfrontation mit den archaischen Rollenbildern seines Vaters. Wird er sich von dessen Vorstellung von Maskulinität und Körperlichkeit abgrenzen können?

Mother of a Son (DE, 2026, Kevin Koch, Spielfilm, 20‘)

Ein Jahr nach der Gewalttat ihres Sohnes versucht eine Mutter, sich mit seinen Taten auseinanderzusetzen, gefangen zwischen bedingungsloser Liebe und der Last seines schrecklichen Vermächtnisses.

 

Regelmäßig am zweiten Montag im Monat um 20 Uhr: Short Monday - Der Kurzfilm-Montag im Filmhaus Köln

Eine Initiative des KFFK/Kurzfilmfestival Köln, der Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn und dem Filmhaus Kino - im Wechsel zwischen den drei Kooperationspartnern kuratiert.

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Länge90 Min
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