
Kurzfilmprogramm mit:
Vier Episoden aus Cinématographe Lumière – Kino vor 100 Jahren (Martina Müller, DE 1995, ca. 40 min) und Das Kino und der Wind und die Photographie (Hartmut Bitomsky, DE 1991, 56 min) - Im Rahmen des Filmprogramms zum DFI-Symposiums 2026!
Die einzelnen Teile von CINÉMATOGRAPHE LUMIÈRE sind jeweils um die 10 Minuten lang und wurden zwischen dem 20. März und dem 3. April 1995 erstmals ausgestrahlt, im Dritten Programm des WDR (der sich seinerzeit Westdeutsches Fernsehen nannte). Zusammen genommen versammeln sie knapp 70 Lumière-»Ansichten«, viele von ihnen annähernd in Originallänge (ca. 50 Sekunden). Diese Ansichten finden sich flankiert von zahlreichen Bildquellen des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts, von Gemälden und Stichen, von Plakaten und Zeitungstiteln, von Buchillustrationen und natürlich immer wieder von Photographien. Damit sind sie eingebettet in den größeren Zusammenhang einer zeitgenössischen Bildproduktion, der auch die frühe Kinematographie als eine Hervorbringung des neuen Zeitalters markiert. Sie wird Merkmal einer elektrifizierten Massenkultur, der die ihr vorangegangenen sozio-ökonomischen Entwicklungen und technischen Erfindungen die Bahn ebneten.“ Stefan Pethke, »Cinématographe Lumière – Kino vor 100 Jahren«. Kino-Geburtstag im Fernsehen
Es werden 4 Episoden vorgeführt.
Das Kino und der Wind und die Photographie (Hartmut Bitomsky, DE 1991, 56 min) ist ein Film über Filme und das heißt über die Wirklichkeit von Filmen und von den Theorien darüber. Es ist ein Blick in eine Werkstatt, in der gerade laboriert wird. Die Situation der Bearbeitung, der Arbeit am Projekt, ist in den Film integriert. Es gibt keinen Kommentar, sondern ein Sprechen über Filme, das mit Ideen und Zitaten hantiert und sich dabei ganz unmittelbar den Filmausschnitten stellt: Das Kino wird mit seinen eigenen Mitteln untersucht. Diese Untersuchung will nicht systematisch sein, es ist eher eine Art Wilderei, eine fröhliche Wissenschaft, in der das Wichtige neben dem Marginalen stehen darf und der Begriff in der Beiläufigkeit steckt. Was dabei herauskommt, bietet keine Lösung von Problemen an und auch keine Gleichungen (etwa: Dokumentarfilm ist Realität mal Filmkunst dividiert durch kritisches Bewusstsein ...). Was dabei herauskommt, ist Kino-Enthusiasmus. (Hartmut Bitomsky)
| Regie | Martina Müller / Hartmut Bitomsky |
|---|---|
| Besetzung | div. |
| Produktion | DE 1995/1991 |
| Länge | 96 Min |
| Sprachfassung | OV |
Filmreihe im Rahmen des dfi-Symposiums: WORK IN PROGRESS - Repräsentationen von Arbeit im Dokumentarfilm
Arbeit strukturiert unser Leben: Sie prägt Körper, Routinen und Beziehungen, formt soziale Verhältnisse und hinterlässt Spuren in Räumen und Materialien. Zugleich bleibt vieles von ihr unsichtbar – ausgelagert, verlagert, verdrängt: in Produktionsstätten, privaten Haushalten und digitalen Oberflächen. Der Dokumentarfilm bewegt sich in diesem Feld nicht bloß als abbildendes Medium, sondern als ästhetisch-analytische Praxis, die Arbeitsverhältnisse sinnlich wie gedanklich erschließt, ihre Bilder und Narrative formt, Wirklichkeit mitgestaltet. Zugleich ist sie selbst Arbeit: verwoben mit den sozialen und materiellen Strukturen, die ihre ästhetischen Formen ermöglichen und begrenzen.
Das zweitägige Symposium (15./16. Januar 2026, Filmhaus Köln) widmet sich dieser doppelten Bewegung. In gemeinsamen Sichtungen, Werkstattgesprächen, Vorträgen und offenen Diskussionsformaten wird untersucht, wie dokumentarische Bilder Arbeit zeigen, historisieren, reflektieren und strukturieren — und unter welchen ökonomischen Bedingungen sie selbst hervorgebracht werden.