
BUSHMAN David Schickele, USA 1971, 72 Min., Sprache: Englisch
1968 wollte David Schickele gemeinsam mit seinem Freund Paul Eyam Nzie Okpokam eine leichte Komödie drehen. Okpokam, ein nigerianischer Student, sollte darin einen Einwanderer spielen, der sich durch das gegenkulturelle San Francisco der späten 1960er-Jahre bewegt. Seine Figur Gabriel ist dabei kaum von Okpokam selbst zu trennen. Seine Erinnerungen an die Heimat und seine eigene Verwunderung über ein Land, das fortwährend zu wissen glaubt, wer er ist, fließen unmittelbar in den Film ein. Doch auf halber Strecke wird aus der Fiktion Realität: Okpokam wird wegen eines Verbrechens verhaftet, das er nicht begangen hat. Schickele filmt weiter.
Der Titel verweist auf genau jene koloniale Logik, die der Film offenlegt und zerstört. Ein abwertender Begriff, der einen humorvollen und komplexen Mann auf eine diffuse und austauschbare Vorstellung reduziert – auf jene Version, mit der sich das weiße Amerika am bequemsten arrangieren konnte.
Content Note: Der Film enthält Darstellungen und Themen von Rassismus und racial profiling, Polizeigewalt gegen Demonstrierende sowie die unrechtmäßige Verhaftung und Abschiebung des Protagonisten. Zudem gibt es eine verbale Bezugnahme auf Missbrauch in der Kindheit und Kraftausdrücke.
Zusätzlicher Kurzfilm:
FOUR WOMEN Julie Dash, USA 1975, 7 Min., Sprache: Englisch
Zu Nina Simones gleichnamiger Ballade verkörpert die Tänzerin Linda Martina Young vier Figuren: Aunt Sarah, Saffronia, Sweet Thing und Peaches. Jede von ihnen steht für ein Bild, das geschaffen wurde, um Schwarze Frauen auf eine bestimmte Rolle festzulegen. Jede trägt eine eigene Geschichte von Gewalt, Unterdrückung und Auslöschung in sich. Julie Dash, die später Teil der Bewegung des L.A. Rebellion Cinema wurde, versteht Four Women nicht als klassische Erzählung, sondern als Choreopoem. Sie nimmt Kategorien, die nie dazu gedacht waren, einem wirklichen Menschen gerecht zu werden, und setzt sie in Bewegung – so lange, bis sie ihre Gültigkeit verlieren.
Content Note: Der Film enthält Bezüge zu Versklavung, sexualisierter Gewalt und rassistischen Stereotypen. Diese werden über den Liedtext und die erzählerische Rahmung vermittelt und nicht unmittelbar dargestellt.
| Regie | David Schickele |
|---|---|
| Besetzung | Paul Eyam Nzie Okpokam, Elaine Featherstone, Jack Nance, Mike Slye |
| Produktion | USA 1971 |
| Länge | 72 Min |
| Sprachfassung | OF |